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Canvas-Hash-Fingerprinting erklärt

Canvas-Fingerprint wird erstellt...

Lösch deine Cookies, öffne ein privates Fenster, wechsle meinetwegen den Browser: Ein Tracker erkennt dein Gerät oft trotzdem wieder. Canvas-Fingerprinting ist eine der leisen Techniken, die das möglich machen, und sie kommt ganz ohne gespeicherte Daten auf deinem Rechner aus.

Was sind Canvas-Hashes?

Illustration von Canvas-Rendering-Elementen

Browser nutzen HTML-Canvas-Elemente, um Grafiken und Text zu rendern. Jeder Browser, jedes Betriebssystem und jede Hardware-Konfiguration kann diese Canvas-Elemente auf leicht unterschiedliche Weise darstellen. Genau diese feinen Abweichungen können Websites erfassen, um eine eindeutige Kennung für deinen Browser zu erzeugen.

Dafür wird der Browser angewiesen, ein bestimmtes Bild oder einen Text auf ein verstecktes Canvas-Element zu zeichnen; die resultierenden Pixeldaten werden anschließend in einen Hashwert umgerechnet. Dieser Wert heißt Canvas-Hash.

Die „Bilder“, die fürs Fingerprinting auf diese Canvases gezeichnet werden, bestehen typischerweise aus einer Kombination von:

  • Text mit bestimmten Schriftarten und Anti-Aliasing
  • Farben und Farbverläufen
  • Geometrischen Formen
  • Emojis

Das Rendering jedes einzelnen Elements kann minimale Abweichungen aufweisen, abhängig von Faktoren wie Browser-Version, Betriebssystem, installierten Schriftarten und Grafikhardware. Der so erzeugte Canvas-Hash lässt sich dann als Baustein eines Browser-Fingerprints nutzen, um Nutzer über verschiedene Websites hinweg zu verfolgen, und hebelt dabei unter Umständen Schutzmaßnahmen wie den Inkognito-Modus oder das Löschen von Cookies aus.

Wie schütze ich mich vor Canvas-Fingerprinting?

Die gute Nachricht: Mit frei verfügbaren Tools und ein paar Handgriffen kannst du dich gegen Canvas-Hash-Fingerprinting wehren. Hier sind mehrere Methoden:

1. Browser-Erweiterung nutzen

Browser-Erweiterungen wie Privacy Badger und Ghostery können Canvas-Fingerprinting eindämmen. Sie funken dafür meist den JavaScript-APIs dazwischen, über die Canvas-Daten ausgelesen werden, etwa indem sie Rauschen in die Bilddaten mischen oder einen konstanten, gefälschten Wert zurückgeben.

Dabei verfolgen diese Erweiterungen in der Regel eine von zwei Strategien: Entweder würfeln sie den Canvas-Hash bei jeder Anfrage neu aus, oder sie liefern einen konstanten, aber generischen Hash. Welche Variante eine Erweiterung nutzt, findest du oft heraus, indem du diese Seite neu lädst. Ändert sich der angezeigte Canvas-Hash (auf dem Desktop rechts, auf dem Smartphone eventuell oben) bei jedem Neuladen, randomisiert die Erweiterung ihn vermutlich. Bleibt er gleich, liefert sie wahrscheinlich einen festen Hash.

Die Randomisierung soll deinen Browser bei jedem Besuch einzigartig erscheinen lassen und so das Tracking stören. Manche Websites erkennen dieses Zufallsrauschen allerdings und schränken dann Funktionen ein oder stufen es als verdächtig ein.

Mit einem festen, generischen Hash geht dein Browser dagegen in der Menge der Nutzer unter, die dieselbe Strategie fahren. Viele Erweiterungen mit diesem Ansatz lassen dich außerdem bequem einen neuen festen Hash generieren, wenn du deinen Fingerprint wechseln willst.

2. Browser-Einstellungen anpassen oder Privacy-Konfigurationen nutzen

Manche spezialisierten Browser (wie Incogniton) oder fortgeschrittene Browser-Konfigurationen erlauben es, die APIs hinter dem Canvas-Fingerprinting zu verändern oder abzuschalten. Das läuft üblicherweise über erweiterte Privatsphäre-Einstellungen. Bedenke aber: Wer das Canvas-Rendering komplett deaktiviert, riskiert kaputte Websites, denn viele Seiten nutzen Canvas ganz legitim für Grafiken und andere Funktionen, nicht nur fürs Fingerprinting.

3. Privacy-Browser verwenden

Privacy-Browser sind von Grund auf mit Funktionen ausgestattet, die Tracking-Techniken wie Canvas-Fingerprinting kontern. Beispiele sind Incogniton und der Tor Browser. Solche Browser bringen oft mehrere Schutzschichten mit, die weit über die Abwehr von Canvas-Fingerprinting hinausgehen.

Incogniton etwa ist für die Verwaltung mehrerer Browser-Profile gebaut, jedes mit einem eigenen, konsistenten Canvas-Hash, was sauber getrennte Online-Identitäten ermöglicht. Zusätzlich lässt sich das Canvas-Readout gezielt verändern, um die Privatsphäre weiter zu stärken.

Fazit

Canvas-Hashing ist eine ausgeklügelte Technik fürs Online-Tracking. Mit Browser-Erweiterungen, angepassten Einstellungen oder Privacy-Browsern kannst du deinen Schutz gegen diese Form des Fingerprintings aber deutlich verbessern und behältst mehr Kontrolle über deine digitale Privatsphäre.

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