zurück zur Übersicht Mehr Artikel

Dein User-Agent lügt. Deine Chromium-Version nicht.

Deine Versionsangaben werden abgeglichen...

Öffne die Browserkonsole und gib navigator.userAgent ein. Der String, der behauptet, du seist mit „Chrome 137 unter Windows“ unterwegs, ist nur Text, den dein Browser ausgibt. Eine Erweiterung ändert ihn mit ungefähr zwei Klicks, und Anti-Detect-Browser schreiben ihn bei jeder Anfrage um. Für einen Tracker ist dein User-Agent deshalb eine Behauptung, keine Tatsache.

Direkt daneben liegt allerdings eine Tatsache. Jede Chromium-Version bringt einen bestimmten Satz an Webfunktionen in ihrer Engine mit. Du kannst das Etikett auf dem Karton ändern, aber nicht ohne Weiteres seinen Inhalt.

Die Kurzfassung: Dein User-Agent ist veränderbarer Text, die von deinem Browser unterstützten Funktionen sind es nicht. Wer diese Funktionen prüft, erkennt die echte Chromium-Version. Passt sie nicht zum User-Agent, sieht das nach Spoofing aus.

Genau das macht das Widget auf dieser Seite. Es ignoriert deinen User-Agent vollständig und ermittelt deine echte Chromium-Version anhand der tatsächlich unterstützten Funktionen.

Wie Funktionstests deine Version erkennen

Alle paar Wochen veröffentlicht Google eine neue Chromium-Version, die einige neue Webfunktionen freischaltet. Hier eine CSS-Eigenschaft, dort eine JavaScript-API. Alles wird öffentlich auf Chrome Platform Status dokumentiert.

Daraus ergibt sich eine Zeitleiste, die wir durchgehen können, bis dein Browser nicht mehr mithält:

Die Zeitleiste der Funktionen durchgehen
  1. unterstützt
    Chromium 144
    ergänzt Temporal API
    dein Browser unterstützt das
  2. unterstützt
    Chromium 145
    ergänzt text-justify
    dein Browser unterstützt das
  3. unterstützt
    Chromium 146
    ergänzt Iterator.concat()
    dein Browser unterstützt das
  4. unterstützt
    Chromium 147 hier stehst du
    ergänzt contrast-color()
    dein Browser unterstützt das
  5. Chromium 148
    ergänzt revert-rule
    deinem Browser fehlt das
Dieser Browser unterstützt alles bis Chromium 147, aber nicht 148. Seine echte Engine-Version ist daher 147, egal was sein User-Agent behauptet.

Der entscheidende Punkt: Das lässt sich nicht durch das Bearbeiten eines Strings vortäuschen. Entweder ist 'variants' in Intl.Locale.prototype in deiner Engine wahr oder eben nicht. Um die Funktionen selbst zu fälschen, müsstest du einen völlig anderen Browser-Build ausliefern.

Warum das wichtig ist

Für sich genommen ist die Information, dass du Chromium 137 verwendest, keine große Sache. Das tut ein großer Teil des Internets ebenfalls. Entscheidend ist, ob deine Angaben zusammenpassen.

Ein normaler, unveränderter Browser ist in sich stimmig: Zu einem Chrome-137-User-Agent gehört der Funktionsumfang von Chromium 137, weil beide aus demselben Build stammen. Sobald aber eine Datenschutzerweiterung, ein billiger Proxy oder ein falsch eingerichtetes Automatisierungswerkzeug nur den User-Agent verändert, stimmen die beiden nicht mehr überein. Probiere den Schalter aus:

Was er behauptet
Chrome 120
User-Agent-String· bearbeitet
gegenüber
Was er wirklich ist
Chromium 137
anhand der Funktionen erkannte Engine
Abweichung
Behauptung und echte Engine passen nicht zusammen. Genau diesen Widerspruch suchen Systeme zur Betrugs- und Bot-Erkennung.

Dieser Widerspruch fällt stärker auf als die Versionsnummer selbst. Ein einzelnes Signal zu fälschen und die Engine unverändert zu lassen, kann dich leichter erkennbar machen. Mehr dazu findest du im Browservergleich zum Fingerprinting und im Artikel über die Besonderheit von Widevine DRM.

Was du konkret tun kannst

  1. Halte deinen Browser aktuell. Eine alte Engine ist selbst ein Fingerprinting-Merkmal und zusätzlich ein Sicherheitsrisiko. Das Widget zeigt dir, ob deine echte Version zurückliegt.
  2. Vermeide halbes Spoofing. Nur den User-Agent zu ändern, während die Engine gleich bleibt, ist schlechter als nichts zu tun: So erzeugst du genau den Widerspruch, nach dem Tracker suchen.
  3. Stimme alle Ebenen aufeinander ab. Wenn du mehrere Identitäten brauchst, etwa für Anzeigenprüfung, Marktforschung oder die Verwaltung vieler Konten, müssen User-Agent, Engine-Funktionen und alle anderen Signale dieselbe schlüssige Geschichte erzählen.

Das von Hand hinzubekommen, ist schwierig. Genau deshalb gibt es Anti-Detect-Browser. Incogniton baut jedes Profil auf einer echten, konsistenten Chromium-Basis auf. So passt die Engine, die deine Funktionen verraten, zu deiner angegebenen Identität, statt ihr zu widersprechen.

Incogniton-Logo

Bring deine Privatsphäre aufs nächste Level

Pfeil